




Noch eine Jette: Die Vogeljette 

Zeitgenossin und Spitznamensverwandte von Zitronenjette war Lydia Adelheid Hellenbrecht (1844-1920) genannt „Vogeljette“. Lydia Hellenbrecht wurde in den Augen ihrer Mitbürger im Hamburger Stadtteil St.Georg zur Vogeljette, weil sie nach dem Cholera-Tod ihres Mannes im Jahr 1883 begonnen hatte, halbverschleiert und in Trauerkleidung regelmäßig Vögel zu füttern. Ihr wurde bald angedichtet, dass sie glaube, ihr Mann sei als Spatz wieder auf die Welt gekommen und sie müsse für ihn sorgen. Tatsächlich war Vogeljettes Mann wohl sehr tierlieb gewesen und die Fütterungsaktionen seiner Witwe könnten eine Art Trauerarbeit für Lydia Hellenbrecht gewesen sein.
Auf dem Ohlsdorfer Friedhof wurde 2003 im Garten der Frauen ein Gedenkstein mit realistisch herausgearbeiteter Zitrone und Vogelleiche für die beiden Jettes im Garten der Frauen aufgestellt.
